the k-team

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Dieser Kerl ist eine Wucht; eine Erscheinung, die einen umhaut: ein schwarzes Muskelpaket mit Zahnpasta-Grinsen. Meist fährt Keno Veith auf einem hochmotorigen Trecker über die friesischen Felder, denn er arbeitet als landwirtschaftlicher Helfer in einem Lohnbetrieb in Zetel. Seit ein paar Monaten macht er allerdings auch Karriere als Youtube-Star. Ein Video hat den Ostfriesen mit afrikanischer Mutter und ostfriesischem Vater über Nacht berühmt gemacht. Weil er wunderbar Platt schnackt. 

BRAUMEISTER

BRAUMEISTER

Florian Harms, 35, hat einen Traumjob, um den ihn viele zurecht beneiden: Nach 11 Jahren als Brauer und acht Jahren in der Qualitätssicherung arbeitet er seit einem Jahr als Produktionsleiter in einer der wohl berühmtesten Brauereien Deutschlands – im Friesischen Brauhaus zu Jever. Und so wie das kühle Blonde ist auch Florian Harms ein Mann wie das Land: unkompliziert, klar und zu 100 Prozent authentisch. Wir treffen den gebürtigen Wangerländer bereits an seinem Arbeitsplatz am frühen Morgen.

DEICHSCHÄFER

DEICHSCHÄFER

Einzigartig, aufgeschlossen und gastfreundlich - so kann man die Menschen im Wangerland an der Nordsee bezeichnen. Sie sind stolz auf ihre friesische Landschaft und auf das Wattenmeer, egal ob sie schmeichelnd sind oder rau. Die Menschen im Wangerland bevorzugen das Ehrliche und Unverschnörkelte. Sie lieben die steife Brise und leben dort, wo viele andere Urlaub machen. So auch Deichschäfer Thorsten Bargen unser nächster Protagonist.

Deichgraf

Deichgraf

Eilt-Onno Garlichs ist ein wichtiger Mann für das Wangerland. Er ist ehrenamtlicher Verbandsvorsteher des III. Oldenburgischen Deichbands mit Sitz in Jever und kümmert sich - ganz in der Tradition der mittelalterlichen Deichgenossenschaften- um den Küstenschutz und damit um unsere Deiche. Im Hauptberuf ist der sympathische Kerl mit den markanten Augenbrauen Landwirt und redet bei unserem Interview so schnell, dass Stenographie-Kenntnisse von Vorteil wären.

Hafenmeisterin

Hilka Hannover, die ursprünglich aus Rinteln im Weserbergland kommt, ist eine Frau, die auch noch als Rentnerin mitten im Leben steht. Ihr Herrschaftsgebiet ist der Hafen in Horumersiel, genauer gesagt, der Yachtclub Wangerland im Wangerland an der Nordsee, wo sie seit sechs Jahren als Stegwartin arbeitet und die ankommenden Schiffe durch den Hafen bugsiert. Ihr Büro ist ihr Schiff, wo wir es uns bei unserem Besuch erst mal gemütlich machen. 

Allround-Friese

Allround-Friese

Hans-Gerd Eilers, Baujahr 62 ist ein echter Wangerländer - und ein Landwirt, wie er im Buche steht: Mit grüner Latzhose, grauem Bart und einem eher trockenen Humor. Hier oben nennen ihn alle nur H.G. – der Einfachheit halber. Im Sommer mäht H.G. die Deiche im Wangerland, außerdem kümmert er sich um die Campingplätze in Schillig und Horumersiel. Das ist seine Art, die Liebe zu seiner Heimat zu zeigen...

unikat

unikat

Dieser Mann ist ein Unikat. Und ein Wangerländer, wie er im Buche steht. Wenn Wieland Rosenboom spricht, und das tut er viel, kommt immer dieser herrliche plattdeutsche Akzent durch. Wieland ist ein wandelndes Geschichtsbuch, denn er kennt unendlich viele wunderschöne Geschichten über das Jeverland aus vergangenen Zeiten. Für die Region ist der 53-Jährige mit der dunkelblauen Kapitänsmütze ein wichtiger Mann - nicht nur als Gemeindearbeiter am Bauhof der Gemeinde Wangerland, sondern auch in seiner Funktion als Seenot-Retter bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). 

Die Maid

Die Maid

Was uns an Inse-Marie Ortgies fasziniert, ist diese tiefe, rauchige Stimme und dieses heisere, unverblümte Lachen. Die politische Karriere der ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten liegt schon eine Weile zurück, jetzt genießt die 73-Jährige den wohl verdienten Ruhestand mit ihrer Familie. Unvergessen sind ihre Verdienste um das Wangerland.

Einsatzleiter

Einsatzleiter

Es ist mitten in der Nacht, Eike Eilers hat einen Einsatz. In einem Einfamilienhaus lodert ein Feuer. Jetzt muss alles ganz schnell gehen. Es ist so heiß, dass die Farbe von den Wänden läuft. Was sich im Haus verbirgt, ist ungewiss. Mitten im Geschehen, steht Eike Eilers und seine Kameraden. Freiwillig. Er hat kein Helfersyndrom, aber der große, dunkelblonde Kerl liebt es, anderen zu helfen und ist fasziniert von der Feuerwehr, besonders von den Gesetzen der Physik, ein Schwerpunkt seines damaligen Informatik-Studiums.

Heisse Kurven

Heisse Kurven

Es ist die spürbare Freiheit und die Weite des Meeres, die uns in Bann zieht, wenn wir auf die Nordsee blicken und die vielen Schiffe sehen. Oft möchte man einfach hinter ihnen her schwimmen und ins Unbekannte fahren. Es gibt die Kategorie Mensch, die ein eigenes Schiff haben wollen, weil es genau diese Lebensvorstellung hat. Und dann gibt es die Kategorie Mensch, die kein geeignetes Schiff finden, es lieber selber bauen und gleich noch die Werft dazu kaufen. „Der Spaß daran hat aber meistens gar nichts mit dem Boot zu tun, sondern mit den unterschiedlichen Menschen, mit denen wir zu tun haben“, erzählt uns Burkhard Kähler.

eiland-wächter

Marcel HeinrichsdorfF

„Der Mensch ist das seltenste Tier auf der Insel“ - und das ist gut so

 

Wer im Wangerland Urlaub macht, steht oft an einem der schönen Strände und blickt aufs Meer. Am Horizont sieht man den Leuchtturm Mellumplate, die Insel Wangerooge - und sieht dazwischen die Vogelschutzinsel Minsener Oog, zu der man auch geführte Wattwanderungen machen kann. Die unbewohnte Ostfriesische Insel, zwischen der Insel Wangerooge und dem Fahrwasser der Jade gelegen, stand schon lange auf unserer Liste, denn das künstlich angelegte Eiland ist ein ganz besonderer Ort. Es ist nicht einfach, hierher zu kommen, einerseits müssen Wellen und Gezeiten stimmen und zum anderen dürfen die Menschen die Vögel auf der Insel nicht stören. Diesjähriger Vogelwart war Marcel Heinrichsdorff, einer von zwei Personen, die während des Sommers auf der Insel lebten und arbeiteten. Der 35-Jährige kümmerte sich um den Vogelschutz - und das ist eine Herausforderung. 

 
 

Die Reise zur Minsener Oog entpuppt sich für uns als Abenteuer – und das nicht wegen der Genehmigungen, die man braucht, sondern wegen des Wellengangs, denn der letzte Herbststurm ist erst wenige Tage her. Die Insel Minsener Oog ist im Gegensatz zu den übrigen bewohnten und unbewohnten Inseln vor der niedersächsischen Festlandsküste eine Insel aus zweiter Hand. Sie wurde zum Schutz des Jadefahrwassers als sogenanntes Strombauwerk durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aufgespült. Diese Funktion erfüllt die Insel auch heute noch. Und deshalb sind auch alle Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung dieser Funktion notwendig sind, von den strengen Schutzbestimmungen des Nationalparkgesetzes freigestellt. 

 
 
 
 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
 
 
 
 
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Freizeitkapitän Holger, der mit seinem Boot „AKKA“ in Hooksiel liegt, fährt uns an diesem Tag zur Insel. Mit an Bord ist auch Vogelwart Marcel Heinrichsdorff, studierter Arborist und Landschaftsplaner. Die Vorortbetreuung des Gebietes erfolgt auf der Insel Minsener Oog ebenso wie auf Mellum und Wangerooge nicht durch Ranger der Nationalparkverwaltung selbst, sondern auf der Grundlage eines Betreuungsvertrages durch Mitarbeiter/innen des Mellumrates. Seit dem 29. Juni 2009 ist die Insel auch integraler Bestandteil des Weltnaturerbegebietes Wattenmeer. Bis auf einen in der Örtlichkeit gekennzeichneten, südlich auf der Insel gelegenen Bereich, dem sogenannten Besuchersektor, darf die Insel ganzjährig aus Naturschutzgründen, insbesondere denen des Vogelartenschutzes, nicht betreten werden. Der größte Teil der Insel unterliegt als Ruhezone im Nationalpark dem stärksten Schutz. Wir sind aufgeregt und gespannt, was uns auf dieser Insel erwartet. Aber erst mal hinkommen! Mit unserem Boot können wir nicht direkt an der Insel festmachen, sondern müssen die letzte Strecke per Schlauchboot ausgebootet werden - und das bei einer irren Strömung. Das sorgt schon mal für Aufregung und Herzklopfen! 

 
 

Videointerview

 
 
 

Als wir im Wasser einen Helium-Luftballon in Form eines Bären treiben sehen, sind wir einen Moment abgelenkt und schießen ein paar Fotos. Marcel gefällt das allerdings überhaupt nicht, und er erklärt uns warum: „Die Vögel fressen den Müll, bauen sich ihre Nester aus Netzresten, verfangen sich und verenden darin. Eine Möwe speit das Unverdauliche in der Regel aus, aber Untersuchungen an toten Eissturmvögeln zum Beispiel haben gezeigt, dass 96 Prozent dieser Tiere mindestens 20 Müllteile im Magen haben. Die können dann keine andere Nahrung mehr verdauen und verhungern mit vollem Bauch. Das können wir wohl nicht mehr aufhalten, weil im Meer schon viel zu viel Müll rumschwimmt.“

Wir sagen jetzt nichts mehr, sondern sind betroffen. Erst recht, als wir endlich auf der Insel ankommen und wir den ganzen Müll am Strand liegen sehen. Damit haben wir nicht gerechnet! Es verschlägt uns die Sprache und nach jedem Schritt, den wir über dieses wunderschöne Eiland gehen, werden wir wütender. Abgesehen von Marcel und seinem Kollegen vom Mellumrat; einem Verein, der sich um den Vogelschutz der Inseln Mellum, Wangerooge und seit 1946 auch um die Minsener Oog kümmert, kümmert sich das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven um den Erhalt der Insel. 

 
 

Beide Teams, die sich dieselbe Station mit Schlafmöglichkeiten und Küche teilen, haben bei der Erledigung ihrer Aufgaben wenig miteinander zu tun. Aber darüber hinaus unterstützen und helfen sie sich gegenseitig. Alle 14 Tage, erklärt uns Marcel mit starrem Blick, sammeln sie auf einer Kontrollstrecke den Müll am Strand ein um Art, Menge und Herkunft zu erfassen - und befreien dabei die Insel ein Stück weit vom angespülten Plastik. Aber mit dem Einsammeln ist es nicht getan: „Es gibt viele verschiedene Arten von Müll, die musst du zur Erfassung und Kategorisierung erst mal unterscheiden. Das ist zeitaufwändig und mühsam. Ein Monitoring von Kontrollstrecken ist sinnvoll, aber das grundsätzliche Problem muss an anderer Stelle gelöst werden.“ Wir verstehen die Wut in Marcels Stimme, als wir den ganzen Plastikmüll, darunter auch unzählige, zerplatze Hochzeitsballons mit Plastikbändern sehen und dazwischen Vögel, die hier leben und brüten und daran sterben. „Die Hochzeitsballons kommen aus ganz Deutschland und auch von der holländischen Küste rüber. Der ganze Plastikmüll wird uns alle noch überleben!“, erzählt uns Marcel. Aber nicht nur die Vögel, auch die Robben und Meerestiere gehen an dem ganzen Plastikmüll und vielen herrenlos herumtreibenden „Geisternetzen“ zugrunde.

 
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Die Müllkontrolle ist inzwischen fester und wichtiger Bestandteil von Marcels Arbeitsalltag; hauptsächlich geht es aber um den Schutz und die Erfassung der Vögel auf der Minsener Oog. Sein Tagesablauf, erzählt Marcel, während uns der Wind um die Ohren weht, richtet sich nach den Gezeiten, weil sich auch die Vögel nach der Tide richten. „Bei Hochwasser sind sie nah an der Insel, bei Ebbe sind sie im Watt und suchen nach Nahrung. Ich gehe immer dann raus, wenn ich die Vögel am wenigsten störe. Dann laufe ich vier bis acht Kilometer um die Insel, beobachte und zähle die Tiere, welche sich gerade hier aufhalten, brüten oder vorbeiziehen.“

 
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Ansonsten muss Marcel natürlich auch aufpassen, dass keine Unbefugten auf die Insel kommen, die die Vögel in diesem Biotop stören. Wobei das ja, wie wir selbst erfahren haben, nicht ungefährlich ist. Auf der Insel ist Marcel immer zu Fuß unterwegs, auch bei Kälte und schlechtem Wetter. Und genau das reizt ihn: „Hier spürt man alle Naturgewalten hautnah. Und es sind Momente, die sonst keiner erlebt, die man ganz für sich alleine hat. Denn das seltenste Tier hier auf der Insel ist der Mensch.“ Das einsame Leben auf der Insel ist manchmal nicht einfach, gesteht uns Marcel mit einem Augenzwinkern: „Die Tageszeitung kommt immer zu spät und die Pizza wird kalt geliefert!“ Für die Versorgung von Marcel und seinem Kollegen gibt es einen Gebietsbetreuer, der für sie auf dem Festland einkaufen geht. „Alle zwei Wochen kommt ein Schiff und bringt uns unsere Lebensmittel.“ 

 
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Marcel hat seine Begeisterung für die Natur und die Vögel zum Beruf gemacht: „Da gehört schon ein gewisser Idealismus dazu, du musst der Typ dafür sein. Denn die Tage hier sind oft sehr lang, wenn es eine Woche durchregnet zum Beispiel, gehst du halt eine Woche nicht nach draußen, vor allem in der Brutsaison nicht. Du stehst eigentlich den ganzen Tag am Fenster, schaust, was kommen für Vögel vorbei, wie viele sind gerade da, passiert da etwas Besonderes?“ Und das alles wird fein säuberlich protokolliert, insofern besteht Marcels Job auch aus sehr viel Büroarbeit. „Wir sammeln auch Daten, bei denen es jetzt noch gar nicht sinnvoll erscheint, sie aufzunehmen. Aber es kann sein, dass diese in fünf, zehn oder 100 Jahren extrem wichtig sind, um Rückschlüsse ziehen zu können.“ 

 
 

Wir verabschieden uns von Marcel und verlassen die Insel wieder so stürmisch, wie wir gekommen sind, denn die Flut kommt so schnell und die Strömung ist so stark, dass wir bis durchs hüfthohe Wasser zum Boot laufen müssen. Aber auch in uns tobt ein Sturm, die Wut über das, was wir auf dieser Insel gesehen haben - den Plastikmüll, der angespült wird und nicht nur das Leben auf der Minsener Oog bedroht. Es ist auch unser Müll! 

 
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Text: Sylke Sdunzig  /  Foto: Tom Tautz  /  Videointerview: Stefan Sobotta

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Landfrau

ANKE EDEN-JÜRGENS

„Das Landleben zwischen Kinderlachen und Kühen hält jung!“

 

Vergessen wir mal alle Vorstellungen, die wir von einer Landwirtin haben: Anke Eden-Jürgens, 53, ist anders. Das fängt damit an, dass sie sich nicht dem Klischee eines eintönigen Landlebens fügt. Anke denkt mitten im Leben und genau deshalb ist die leidenschaftliche Landfrau mit dem ansteckenden Lachen und der Aura einer Powerfrau so erfolgreich. Alles was sie anpackt, tut sie mit großer Begeisterung. Gebürtig aus der Nähe von Friedeburg, hat Anke vor knapp 19 Jahren zusammen mit ihrem Mann Carl einen Hof in Förriesdorf im Wangerland gekauft und betreibt hier eine moderne Milchviehwirtschaft. Die Begeisterung für Kühe gibt sie auch an junge Generationen weiter, weshalb oft Schulklassen zu Besuch sind. Aber das ist längst nicht alles...

 
 

Wir staunen nicht schlecht, als wir Anke Eden-Jürgens auf ihrem Hof besuchen dürfen: 200 Milchkühe hat die Familie in ihrem hochmodernen Stall stehen. Ansonsten betreiben die Eden-Jürgens auch Ackerbau, bauen Getreide an und Mais, aber alles nur für den Eigenbedarf, für die Tiere. Der große Hof, auf dem sie mit der Großfamilie lebt, ist für sie ein Paradies: „Die Wangerländer haben uns ganz, ganz herzlich aufgenommen, und wir fühlen uns hier pudelwohl.“

 

Ihr arbeitsreicher Tag beginnt in der Regel zwischen 5 Uhr und 6 Uhr früh, dann geht es in den Stall, die Kühe melken. Und die blicken, als wir den Stall betreten, ganz zufrieden drein. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Chefin beim Melken öfter mal Musik hört, in diesem Fall „American Pie“: „Unsere Kühe kennen das, die warten schon drauf. Wir machen ja alles, damit es unseren Tieren super gut geht, die können sich auch ihr Futter selber holen und kriegen Massagen.“

 
 

Teaser-Video

 
 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex
live aufgenommen in der Kirche am Meer in Schillig

 
 
 
 
 
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Die Liebe zu den Tieren und zu ihrer Arbeit, die spürt man bei Anke Eden-Jürgens in jedem Moment. Sie selbst kommt auch vom Bauernhof, insofern war ihre Berufswahl eine unkomplizierte Sache: „Für mich stand immer fest, ich wollte etwas mit Landwirtschaft machen, und da haben meine Eltern gesagt, da gehst du erst mal in die ländliche Hauswirtschaft.“ Und genau das hat sie getan. Ihr Handwerk hat sie in der Landfrauenschule in Stade gelernt, bis sie dann als ländliche Hauswirtschaftsmeisterin mit Carl den eigenen Hof übernahm und seither den Laden schmeißt: „Man ist eigentlich Managerin überall, auch Familienmanagerin, in Haus und Garten. Die Büroarbeit erledige ich auch, oder ich muss mal Teile holen vom Landtechnikunternehmen.“ Das, erklärt sie uns, sei ihr Leben und so wollte sie es auch. Daran haben wir nicht den geringsten Zweifel.

 
 

Videointerview

 
 
 

Auf dem Hof ist Anke Mädchen für alles und noch viel mehr, obendrein betreut sie noch das eine oder andere Projekt, etwa vom Erzeuger bis zur Ladentheke: „Da zeigen wir den kleinsten Verbrauchern schon, wo die Erzeugnisse herkommen.“ Eine andere Herzensangelegenheit ist das Projekt Kochen mit Kindern, verrät sie uns und ihre Augen leuchten mal wieder: „Das mache ich seit über zehn Jahren mit einer Freundin zusammen und das begeistert mich immer wieder, den Kindern zu zeigen, was man aus diesen regionalen Produkten für tolle Sachen zaubern kann!“

 
 

Aber das ist nicht das einzige Ehrenamt, das sie innehat: Sie engagiert sich auch im Kreislandfrauenverband Friesland-Wilhelmshaven, wo sie im Vorstand und für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Mir liegt das einfach, mit Leuten umzugehen; ich mochte das schon immer gerne, Projekte angehen und für alles offen sein. Gerade im Landfrauenverband, das ist ein wahnsinniges Zugehörigkeitsgefühl!“

 
 
 
 

Ein paar Buchstaben können so viel ändern. Beispiel: Aus Kultur wird Kuhl-Tour, und schon ist alles gut, denn genau das ist die Milch-Kuhl-Tour: eine richtig gut Sache.

 

Mehr über die Landfrauen vom KreisLandFrauenverband Friesland/Wilhelmshaven
findet ihr hier: 
www.landfrauen-friesland-wilhelmshaven.de

Und zu den Infos über die Milch-Kuhl-Tour geht es hier lang:
www.kreislandvolk-friesland.de 

 

Eine wie Anke Eden-Jürgens steht nicht still, weshalb die begeisterte Radfahrerin unlängst ein weiteres Projekt mit ihrer Bekannten Birgit Luiken ins Leben gerufen hat: die Milch-Kuhl-Tour, eine Fahrrad-Route, die direkt bei ihr am Hof vorbeigeht. „Wir wollten eine nicht zu stark befahrene Route, sie sollte ja fahrradtauglich und erfahrbar sein. Und wir haben uns überlegt, dass die Tour in Jever starten sollte, weil dort früher am Alten Markt der Hauptumschlagplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse war.“

 
 

25 Kilometer führt die Milch-Kuhl-Tour ab Jever durchs Wangerland; wobei acht Silhouetten einer lebensgroßen, stählernen Kuh mit Kälbchen einen bestimmten Aspekt im Leben einer Milchkuh thematisieren. Wann gibt eine Kuh erst Milch? Warum ist die Region so grün? Solche Fragen werden per QR-Code beantwortet. Eine grandiose Idee: „Wir wollen damit zeigen, dass diese Kulturlandschaft von der Landwirtschaft, ganz besonders von der Milchwirtschaft so gestaltet worden ist. Dass wollen wir auch den Menschen aus den Großstädten nahebringen, denen wollen wir diesen besonderen Blick gewähren.“

 

Anke Eden-Jürgens tut viel dafür, dass das die Landwirtschaft im Wangerland nicht stehen bleibt. Entsprechend rosig blickt sie in die Zukunft: „Also ich sehe die Zukunft der Landwirtschaft im Wangerland sehr positiv, dadurch dass das hier so vielseitig ist. Die Produkte, die hier hergestellt oder verarbeitet werden, das ist ja nur Qualität!“

 
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Und wenn sie mal nicht am Melken, auf dem Grünland oder mit den Landfrauen unterwegs ist, dann geht sie mit ihrem Mann tanzen, in einen Tanzsport-Club. „Wir gehen einmal die Woche zum Tanzen und das macht ganz viel Spaß, da denkt man an nichts und kann so richtig gut abschalten. Da ist man ganz bei sich.“ Und wenn sie dann wieder nachhause radelt, gerät sie wieder ins Schwärmen: „Wenn man an der frischen Luft durch die wunderschöne Natur fährt, diese Weite, das ist einfach nur schön. Das ist Lebensqualität, die unbezahlbar ist.“ 

 

Oh ja, wir geben ihr recht. Die Landschaft im Wangerland ist etwas ganz Besonderes, eine einzigartige Kulturlandschaft, deren Schönheit verführerisch ist. Und das nicht nur für die Kühe...

 
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Text: Sylke Sdunzig  /  Foto: Tom Tautz  /  Video: Dorian-Vasco Nagel

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Wassermann

CARSTEN W. IHNKEN

Helfen als Haltung. Helfen, natürlich! Der Menschenfreund.

 
 

Seenotretter, Rettungsschwimmer, Vorsitzender eines Fußball-Fanclubs, Angler, Teamplayer, Freund, Onkel, Sohn und - rund um die Uhr hilfsbereit. Carsten W. Ihnken hat seine Berufung gefunden und das seit über 20 Jahren: helfen! Jederzeit und überall, am liebsten auf dem Wasser oder im Wasser. Und das konsequent. Im Wesentlichen zählen nur zwei Aspekte: einerseits die Aufgeschlossenheit und der Mut, andererseits Tatendrang. Sehr gut, dachten wir uns, denn damit stand fest, wen wir hier gleich treffen werden. Wie wäre es also mit einem echten Wassermann? 

 

Ein gepflegtes Einfamilienhaus mitten in Horumersiel. Die Sonne lacht vom Himmel, es scheint ein guter Tag zu werden. Hier wohnt unser heutiger „Mensch am Meer“, Carsten W. Ihnken. Für Carsten ist es heute gleich zweimal aufregend. Zum einen gibt er uns heute ganz persönliche Einblicke in sein Leben, zum anderen hat er Geburtstag. So fangen drei völlig fremde Menschen mit Kuchen und Wunderkerze in der Hand vor seiner Haustür, einfach erst einmal an, zu singen: „Happy Birthday, Carsten...“ 

 
 

„Moin! Ich bin überwältigt“ lacht er uns entgegen. Und wir erst. Wow, was für eine Erscheinung. Groß, stark gebaut und eine warmherzige Art, die einfach ansteckend ist. Carsten fährt mit uns durch seinen Heimatort. Hier ist er am liebsten, aber seit ein paar Jahren wohnt er in Ganderkesee, weil er bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger DGzRS in der Zentrale arbeitet. Nebenbei ist er nach wie vor freiwilliger Seenotretter auf der Außenjade. In der Freizeit fährt er oft "nach Hause", nach Horumersiel ins Wangerland. Und ab 2018 wohnt er wieder ganz in Horumersiel, denn Carsten baut hier gerade sein Haus. Er kann einfach nicht ohne Wasser. Und wenn man mit ihm durch den Ort fährt, bekommt man schnell das Gefühl, die Wangerländer können ohne ihren Carsten eigentlich auch nicht. „Anonymität kennt man hier nicht. Hier kennt jeder Jeden. Fast jeder in Horumersiel ist mindestens in einem oder mehreren Vereinen wie Feuerwehr, DLRG, DGzRS, Sportverein, Karnevalsverein, Segelverein, Musikgemeinschaft oder HSV-Verein. Hier lernt man sich kennen und schließt Freundschaften“, verrät uns Carsten.

 
 
 
 

Hilfsbereit ist Carsten von Kindesbeinen an gewesen, aber er hat noch einen draufgelegt. Carsten macht so ziemlich alles, was man hier oben an der Küste unter dem Genre „Helfen“ finden kann. Sein Credo: Teamplayer, hilfsbereit, geduldig, mutig sein und Probleme lösen. Das ist für Carsten wichtiger als jede Tapferkeitsmedaille. „Seenotretter bei der DGzRS zu sein, ist mein Hauptsteckenpferd und meine große Leidenschaft, dazu bin ich noch ziemlich aktiv in der DLRG und war der mit den meisten Wachstunden in den letzten zehn Jahren. Nur ein älterer Kollege hat noch mehr Wachstunden auf der Uhr“, erzählt uns Carsten fast verlegen. Wer glaubt, dass war schon alles? Selbstverständlich nicht. Eine Woche hat 7 Tage, da geht noch einiges. „Ich bin Mitbegründer und Präsident 1887° Nord vom HSV-Fanclub in Horumersiel, im Angelverein und im Spielmannzug unterstützend tätig. Außerdem, und da gehe ich ebenfalls leidenschaftlich drin auf, spiele ich Fußball mit meinen Jungs und habe eine Jugendfußballgruppe gegründet, damit die Jugend was zu tun hat und nicht auf dumme Gedanken kommt. Jeder der Lust auf Fußball hat, kann mit uns kicken“, verrät uns Carsten.

 
 

Wir fahren zum Hafen von Horumersiel, wo das 8,5-Meter-Seenotrettungsboot „Baltrum“ liegt. Die Station Horumersiel gehört zu den ältesten Stationen der DGzRS. Das Revier, die Außenjade, ist stark von den Gezeiten geprägt und erstreckt sich südlich bis nach Hooksiel und nördlich bis zur Insel Wangerooge. Hier auf der Station Horumersiel arbeitet Carsten ehrenamtlich als Seenotretter. „Hauptberuflich bin ich Einsatzleiter im MRCC (Maritime Rescue Coordination Centre) bei den Seenotrettern in der Zentrale in Bremen. Ich koordiniere Seenotfälle auf Nord- und Ostsee sowie weltweit – zum Beispiel Grönland, Japan oder Island.", erklärt er uns. Mit Island verbindet Carsten etwas ganz besonderes: Im Rahmen eines Austauschprogramms der "International Maritime Rescue Federation" besuchte er die Nord-Insel acht Tage und lernte dort seinen Kollegen Jón Arnar Gestsson kennen, den er später bei einem Einsatz auch am Telefon hatte. Hin und wieder findet man ihn auf der Station Norderney, wo er als vierter Mann auf dem Rettungskreuzer "Bernhard Gruben" fährt. 

 
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Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
 
 
 
 
 

Wir dürfen sie betreten, die heiligen Hallen, das Stationsgebäude, in dem auch das Ruderrettungsboot „August Grassow“ erhalten ist. Es war früher in Westeraccumersiel stationiert, wo noch heute der historische Rettungsschuppen der DGzRS steht. Es riecht nach Salz, nach Wattenmeer und nach Geschichte in diesen Räumlichkeiten. Wir sind beeindruckt und fasziniert zugleich. Stillschweigend laufen wir über eine Wendeltreppe in den ersten Stock des Gebäudes, wo sich der Mannschaftsraum befindet. Und wo Carsten wie selbstverständlich einen köstlichen Ostfriesentee für uns zubereitet. Auf die Frage, was denn die größten Fehlverhalten auf der Nordsee sind, verrät uns Carsten: „Viele Leute, die wir retten müssen, denken oft, sie seien gut vorbereitet. Aber meistens sind sie das nicht. Mit der Materie kennt sich oft nur der Skipper aus, aber wenn der ausfällt, was dann? Wissen die anderen an Bord, was zu tun ist, weiß er wie man Position nimmt, weiß er, wie man Rettungseinheiten erreicht? Das sind die Sachen, die nach meiner Beobachtung immer wieder passieren“.  

 

Videointerview

 
 

Wir fragen uns, ob Carsten vielleicht ein Helfersyndrom hat. Ja, aber ein Gutes, von dem wir uns alle ein Scheibchen abschneiden dürfen. „Hilfsbereitschaft“ als Charaktereigenschaft und entspanntes Lebensgefühl. Die mutige Gelassenheit im Vertrauen auf die eigene Glückskindschaft und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment zielsicher handeln zu können. Das ist eine gesunde Lebenseinstellung!

 
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Text: Sylke Sdunzig  /  Foto: Tom Tautz  /  Videointerview: Stefan Sobotta

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FRIESEN-CHEF

GERD KELTERBORN

Die treuen Gefährten der Küste

 

Reif für Urlaub? Dann nichts wie ab an die Nordsee! Für alle, die im Alltag immer sehr hart am Puls der Zeit leben, bieten Gerd und Ute einen Ort, um sich mal wieder der eigenen Herzfrequenz zu widmen. Urlaub mit der ganzen Familie auf einem Pferdehof hat seine Vorzüge - auch wenn man nichts mit Pferden am Hut hat. Wer’s nicht glaubt, fragt Gerd Kelterborn, Pferdemensch und „Friesen“-Chef auf dem Frieslandstern in Minsen im Wangerland, jenen Mann, der mehr Pferde in seinem Leben geputzt hat als andere ihre Wohnungen.

 
 

„PFERDE SIND MEIN LEBEN!“


Konzentriert zieht Gerd mit dem Gummistriegel weite Kreise auf dem schwarzen Fell von „Gerke“, ein wunderschönes Pferd, während Sonja die anderen Friesen aus den Boxen holt. Der anmutige Hengst hält ganz still und lässt sich alles geduldig gefallen. Er weiß, dass er gleich vor einen Wagen gespannt wird. Das kennt er schon und es scheint ihm zu gefallen, bei Wind und Wetter über die Weiden und Deiche durchs Wattenmeer zu galoppieren. 
 

Der Frieslandstern ist Gestüt und Hotel in einem. Im Jahr 2018 feiert er sein 30-jähriges Bestehen im Besitz der Familie Eden. „Früher, bis 1972 war das Gebäude eine Molkerei, danach alles Mögliche. Von Hundepension bis Wäscherei, bis meine Eltern das Gebäude gekauft haben und ein Hotel daraus bauten“, erzählt uns Ute, die Lebensgefährtin von Gerd. „Wir haben über 200 Gäste pro Tag und 56 Wohneinheiten, die den gesamten Sommer über komplett ausgebucht sind. Familien mit Kindern, Paare mit oder ohne Kinder, Reit-Erfahrene oder Besucher, die Pferde nur von Fotos kennen oder ganze Hochzeitsgesellschaften kommen zu uns. Auf die Friesen dürfen nur Gäste reiten, die auch reiten können. Da bin ich streng. Anfänger können Reitstunden nehmen, und für Kinder haben wir unsere Ponys, die meine Mädchen betreuen“, erzählt uns Gerd weiter.

 
 
 
 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
 
 
 
 
 

Reiten gehört zu den beliebtesten Hobbies der Deutschen und ein eigenes Pferd ist für viele ein lang gehegter Kindheitswunsch. Gerd Kelterborn erfüllt auf seinem Gestüt seinen Gästen diesen und noch viele andere Wünsche. Eins war von Anfang an für uns klar, als wir Gerd und Ute auf ihrem Gestüt besuchten: Gerd ohne seine Friesen, ist so wie Asterix ohne Obelix. Unvorstellbar. „Ich bin von klein auf mit Pferden aufgewachsen. Wir hatten auf unserem Hof in Ostiem (kleiner Ort in Friesland) Oldenburger, Vollblutpferde und Arbeitspferde“, erzählt uns Gerd. 

 

Gerd hat Landwirt gelernt und hatte immer mit Pferden zu tun. Danach ging er ein paar Jahre zur Marine und dort wurde ihm bewusst: „Nee, alles andere geht nicht. Ich muss was mit Pferden machen!“ Pferde verheißen Freiheit und Abenteuer, verkörpern Kraft und Schnelligkeit, sind anmutig und elegant. Er lernte Bereiter und machte seine Meisterprüfung. Jetzt ist er Pferdewirtschaftsmeister und das ist sein Leben. Gerd erzählt uns, „ich habe nie etwas anderes in meinem Leben gemacht, als Pferde zu reiten, Pferdekutsche zu fahren, Pferde auszubilden und Reiter ausbilden. Irgendwann habe ich mich von meinem Hof in Ostiem getrennt und bin auf den Hof von Ute gekommen. Erst hier habe ich die Friesen kennen- und lieben gelernt“.  

 
 

Videointerview

 
 
 

Wer schon einmal auf einem Friesen saß und beim Galopp den Wind in den Haaren spürte, weiß, was Freiheit ist. Warum lieben die Gäste vom Frieslandstern insbesondere die Friesen? „Weil Friesen Freiheit verkörpern. Weil es mehr Spaß macht, Friesen zu putzen als das Haus oder das Auto. Weil Friesen Menschen zusammenbringen. Für meinen Job, den ich hier auf dem Hof ausübe sind die Friesen perfekt. Sie sind gutmütig, nicht so wild und die Leute die uns besuchen lieben sie. Die Friesen lassen sich gut reiten, sind zuverlässig und brav“, sagt Gerd. 

 

Und wie sieht so ein Tag auf dem Frieslandstern aus? „Früh morgens stehe ich auf und bereite alles für die Friesenreitstunde und den Ausritt vor. Die Gäste fangen an, ihre Pferde zu putzen, und ich habe dann noch Zeit für einen Kaffee. Danach mache ich mein Pferd fertig und wir gehen auf die Bahn. Um 9 Uhr reiten wir alle gemeinsam aus dem Hoftor raus und beginnen mit dem Ausritt. Wir reiten dann mit unseren Gästen an den Strand. Ich habe die Genehmigung und Erlaubnis, als Nationalpark- und Wattführer am Strand oder im Watt zu reiten. Bei Ebbe reiten wir bis zur Fahrrinne in Richtung Vogelschutzinsel „Minsener Oog“. Ein wunderschönes Erlebnis, was man nicht missen möchte“, erzählt uns Gerd freudestrahlend und stolz.

 
 

„Eines Tages kam eine Dame zu mir und wollte am Strand heiraten. Eine tolle Idee, dachten wir und seitdem richten wir mit mehreren Kollegen in Schillig Strandhochzeiten aus. Das macht so viel Spaß und die Gäste sind immer gut gelaunt und sehr aufgeregt“, erzählt uns Ute. Strandhochzeiten sind im Wangerland sehr beliebt. Kein Wunder, was gibt es Schöneres, als barfuß an einem weißen Sandstrand mit dem Meer im Rücken „ja“ zu sagen! Allerdings sollte man sich frühzeitig um einen Termin im Standesamt Hohenkirchen kümmern. Wenn man diesen hat, ruft man Ute im Frieslandstern an. Dann, so würden die Wangerländer sagen, „löppt dat!“. 

 

„Ich kümmere mich um alles, damit das Brautpaar und die Gäste ein wunderschönes Hochzeitsfest erleben“. Friseur, Torte, Blumen und Deko - alles kein Thema für Ute, die mittlerweile zur „Weddingplannerin“ geworden ist.  

 

Ganz weit draußen, kurz vorm Deich statt mittendrin. Besser, ganz weit oben - auf einem Friesen! Oder auch einfach nur Urlaub machen in einem ganz tollen Hotel im Wangerland. Oder heiraten. Sie haben die Wahl. Wir würden dort so ziemlich alles machen!

 
 

Mehr Informationen zum "Frieslandstern" erhaltet ihr hier

Familotel Frieslandstern
Störtebekerstraße 13
2634 Wangerland - Horum

Telefon 04426 945 0
info@friesland-stern.de
www.frieslandstern.de

 

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Text: Sylke Sdunzig  /  Foto: Tom Tautz  /  Videointerview: Stefan Sobotta

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VOGELFREI

AndrÉ Kramer

Das Wunder Nationalpark Wattenmeer erleben

 

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Es gibt Menschen, die lieben es, eins zu sein mit sich selbst und der Natur. Und es gibt Menschen, die das sogar beruflich tun. Wunderbar, dachten wir uns, denn damit stand fest, wen wir heute für Luv & Lü treffen sollten. Wie wäre es mit einem hochinteressanten Kölner, der als Ranger im Wangerland an der Nordsee lebt und arbeitet und offensichtlich eine Leidenschaft hat, und das sind Vögel!

 
 

TEASER-VIDEO

 
 

Eine Rauchschwalbe und ein Sommergoldhähnchen hat sich der 29-Jährige daher auch auf den Arm tätowieren lassen. Seit zwei Jahren lebt er im Wangerland und arbeitet als Ranger im Nationalpark Wattenmeer. Die Natur zu bewahren, das ist sein Antrieb und es ist faszinierend zu sehen, wie Andrés Augen leuchten, wenn er über Vögel und das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer spricht.

 
 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex