Allround-Friese

Hans-gerd eilers (H.g.)

 

Hans-Gerd Eilers, Baujahr 62 ist ein echter Wangerländer - und ein Landwirt, wie er im Buche steht: Mit grüner Latzhose, grauem Bart und einem eher trockenen Humor. Hier oben nennen ihn alle nur H.G. – der Einfachheit halber. Im Sommer mäht H.G. die Deiche im Wangerland, außerdem kümmert er sich um die Campingplätze in Schillig und Horumersiel. Das ist seine Art, die Liebe zu seiner Heimat zu zeigen...

 
 

Als wir H.G. zum ersten Mal treffen, im Sommer, können wir kaum glauben was wir da sehen: Er hat an einen Rasenmäher ein altes Zweisitzer-Sofa rangebaut, auf dem wir uns niederlassen dürfen. Per Fernsteuerung fährt uns H.G. ein wenig über sein Gelände und wir fühlen uns wie in einem Karussell ohne Selbstkontrolle. Für die Touristen, ein absoluter Hingucker und so bleiben die Meisten stehen und schießen Fotos von der Gaudi. Genau genommen sind Rasenmäher H.G.s Spezialität, weil er wie erwähnt während der Sommermonate die Deiche mäht und vom Unkraut befreit - Grünpflege im Wangerland an der Nordsee. Ein Nebenjob, der sich anbietet: Schließlich brauchen all die Kühe, die er im Stall stehen hat, Futter.

 
 

Video-Teaser

 
 

Der Alltag von H.G. verläuft daher streng nach Plan. Im Sommer heißt das: „Gegen halb 5 aufstehen, melken, frühstücken und dann los zum Mähen. Am Nachmittag nachhause kommen, melken und nochmal zwei Stunden mähen.“ Das ist H.G.s Leben, zumindest in den heißen Monaten. Nebenbei - das sei noch erwähnt - vermietet er auch vier Ferienwohnungen an Touristen, die das Wangerland lieben.

Wenn es kalt wird hier oben und der Wind rauer, sieht alles ganz anders aus, erzählt uns H.G.: „Dann mache ich Stallarbeit und kümmere mich um die Renovierung der Ferienwohnungen.“ Außerdem muss er den Schreibkram aufarbeiten, der über den Sommer liegen geblieben ist. Das muss ganz schön viel sein, denken wir uns, denn: „Wenn das durch ist, ist meistens schon Ostern.“ 

 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
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Videointerview

 
 
 

Wer jetzt glaubt, dass H.G. damit ausgelastet ist, irrt: „Im Winterhalbjahr stelle ich für einen Teil der Dauercamper deren Wohnwagen vom Campingplatz gegenüber bei mir ab, was auch noch bisschen Arbeit mit sich bringt.“ Ein bisschen Arbeit, klar. Einer wie H.G. kann eben nicht die Füße stillhalten. Er ist ein umtriebiger Typ, auch wenn er darum kein großes Aufheben macht und nicht viel redet. Die „Wohnwagen-Abstell-Geschichte“, wie er es nennt, macht er mittlerweile seit über 30 Jahren. „Das ist jetzt mehr geworden, weil weniger Leute diesen Service anbieten, deshalb stehen bei mir immer mehr.“ Bietet sich ja auch an, weil der Campingplatz gleich bei ihm um die Ecke ist und H.G. genügend Abstellfläche hat.