VOGELFREI

Andre Kramer

Gern mal allein unterwegs im Nationalpark Wattenmeer

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Die Sehnsucht nach der Einsamkeit, dem Unbekannten? Es gibt Menschen, die lieben es, einsam und allein eins zu sein mit sich selbst und der Natur. Und es gibt Menschen, die das sogar beruflich tun. Wunderbar, dachten wir uns, denn damit stand fest, wen wir heute für Luv & Lü treffen sollten. Wie wäre es mit einem hochinteressanten Kölner, der als Ranger im Wangerland an der Nordsee lebt und arbeitet und offensichtlich eine Leidenschaft hat, und das sind Vögel!

 
 

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Eine Rauchschwalbe und ein Sommergoldhähnchen hat sich der 29-Jährige daher auch auf den Arm tätowieren lassen. Seit zwei Jahren lebt er im Wangerland und arbeitet als Ranger im Nationalpark Wattenmeer. Die Natur zu bewahren, das ist sein Antrieb und es ist faszinierend zu sehen, wie Andrés Augen leuchten, wenn er über Vögel und das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer spricht.

 
 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex
(aufgenommen in der Kirche am Meer @ Schillig)

 
 
 
 
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André Kramers Reich, der Nationalpark Wattenmeer, ist beeindruckend: ein riesiges, 345.000 Hektar großes Terrain und immerhin Deutschlands zweitgrößter Nationalpark. Für die Tiere, die hier leben, ist es ein Paradies – genauso wie für André, der hier nach dem Rechten schaut und dafür sorgt, dass dieses einzigartige Wattenmeer bestehen bleibt. Dass er so naturverbunden ist, war ihm lange gar nicht klar: „Mein eigentlicher Berufswunsch war Berufsfeuerwehrmann, daher habe ich in Köln erst mal eine Ausbildung zum Forstwirt gemacht, weil das Voraussetzung war. Während der Ausbildung habe ich schnell gemerkt, dass ich sehr gerne draußen war.“

 

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In seiner Zeit als Forstwirt lernte André auch den einen oder anderen Ranger kennen und dachte sich insgeheim: „Das wäre genau meins!“ Aber der Beruf des Rangers ist begehrt, insofern hat sich André keine großen Hoffnungen gemacht: „Allein hier im Nationalpark kamen auf zehn ausgeschriebene Stellen knapp 400 Bewerber. Die Leute kommen aus ganz Deutschland auf diese Stellen, denn es gibt einfach viel zu wenig. Dabei bräuchten wir eigentlich noch 4.000 weitere Stellen“, erzählt uns André.  

Umso glücklicher war er, dass sein Traum wahr geworden und er nun einer von zehn Rangern im Nationalpark Wattenmeer ist und ein Gebiet betreut, das sich über 100 Kilometer erstreckt, vom südlichen Jadebusen über Wilhelmshaven, Schillig, Bensersiel bis zum Dollart. „Ich muss dieses Gebiet allein beackern und bin hier die eierlegende Wollmilchsau“, erklärt uns André und irgendwie haben wir das Gefühl, dass er dieser Herausforderung durchaus gewachsen ist.

 
 

Es ist ein Job voller Abwechslung: Zu Andrés zahlreichen Aufgaben gehört es, Wege zu markieren, Beschilderungen erstellen, Landschaftskontrolle, Artenschutzmaßnahmen, Vogelbeobachtung, Pflanzenkartierung bis hin zu Führungen und Öffentlichkeitsarbeit. Besser geht’s kaum: „Es ist jeden Tag spannend. Und man kann im Kleinen noch was bewirken. Wir betreiben ja auch Strandmutterschutz, wenn ein Vogel mehr wegen uns heranwachsen kann, dann ist schon viel gewonnen. Es gibt viele Arten, da ist es kurz vor zwölf. Und was weg ist, ist weg, das muss man sich vor Augen führen.“

 
 

Tatsächlich hat das, was André hier mit seinen Kollegen „im Kleinen“ bewirkt, globale Bedeutung: „Hier kommen jährlich zwölf Millionen Vögel her, und die kommen nur zu ihrem Überwinterungsgebiet durch, weil es das Wattenmeer und uns hier gibt. Mit Holland und Dänemark zusammen ist es quasi ein Wattenmeer“, erklärt uns André. Insofern ist Andrés Job keiner wie jeder andere. Und man muss mit dem Herzen dabei sein: „Sonst kannst du das nicht machen. Da vermischt sich auch vieles, Privates und Arbeit. Da fährst du auch Sonntagabend noch los, wenn was ist und zur Brutzeit muss ich schon um vier morgens hier sein.“ Zum Glück trägt Andrés Freundin, über die er sonst nichts verraten mag, seine Arbeit und sein Leben mit. Jetzt wollen wir aber doch mal wissen, was es mit seinen Tätowierungen auf sich hat. „Na, die Rauchschwalbe habe ich, weil es einfach tolle Viecher sind, wie die fliegen können! Und das Sommergoldhähnchen steht für alle Singvögel“, erklärt uns André.

 

 
 

 

Da klingt sie wieder durch, die Begeisterung und Leidenschaft, mit der dieser junge Ranger seinen Beruf angeht. Vom Herzblut mal abgesehen ist das Wichtigste eine scharfe Wahrnehmung: „Man muss seine Flächen kennen, nur wenn ich die kenne, nehme ich Veränderungen wahr oder auch Störungen wie eine hohe Tide zur Brutzeit.“ Um Veränderungen in seinem Terrain wahrzunehmen, kartiert André die Vögel auch: „Wo sitzen Schwalben? Wo sitzen Fledermäuse? 50 bis 60 Prozent der Vogelarten haben das Problem, Flächen zu finden, wo sie brüten können. Auch Vogelzug ist ein Riesenproblem, es gibt viel illegalen Vogelfang. Länder wie Ägypten, Malta aber auch Frankreich stellen Netze und fangen Vögel, um sie zu essen oder zu sagen, ich hab’ einen tollen Vogel gefangen. Da gehen Millionen Vögel hops und wir geben hier Millionen für den Schutz für Vögeln aus, die dann bei denen im Netz landen!“

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MEHR INFOS RUND UM DAS THEMA NATIONALPARK WATTENMEER FINDET IHR HIER:

NATIONALPARK WATTENMEER

Nationalpark-haus im Wangerland

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Umso wichtiger ist es, dass es Ranger wie André gibt, die letztlich Lebensretter und Tierschützer in einem sind. Eine schönere Arbeit als die im Nationalpark kann sich André nicht vorstellen: „Meine Arbeit kommt mir gar nicht wie Arbeit vor. Und das ist eigentlich unbezahlbar“. Das heißt, er hält fest, wo welche Vögel auftauchen, leben und brüten: „Das ist schon eine sehr komplexe Aufgabe. Man muss dafür auch gut hören können. Man muss lernen, sich wieder zu konzentrieren und dem Ganzen mehr Aufmerksamkeit schenken.“ Das macht er übrigens auch in seiner Freizeit. Wenn er nicht gerade in seinem Garten arbeitet, ist André unterwegs, um Vögel zu beobachten. Und gerät bei seinen Streifzügen durchs Wattenmeer immer wieder ins Staunen: .“Das hier ist wirklich einmalig, aber es ist einem eben nicht klar, weil wir es ja vor der Haustür haben, aber das hier ist eine wichtige Landschaft, auch weltweit gesehen.“

 
 
 

Vor seiner Zeit im Wangerland war André Kramer für einige Jahre auf der Insel Borkum, das war auch sehr schön. Aber sein Zuhause ist jetzt hier, weil er sich hier so wohlfühlt. Das verstehen wir. Und die Zukunft? „Ich wüsste nicht, was mich hier wegbringen könnte“, sagt André und dann ist erst mal Stille. Irgendwo hört er jetzt ein Blaukehlchen singen. Großartig! 

 

Ein klein bisschen neidisch sind wir dann schon, als wir uns verabschieden und den Nationalpark Wattenmeer hinter uns lassen müssen. Wir können inzwischen nur allzu gut nachvollziehen, woher Andrés Leidenschaft für diesen besonderen Landstrich kommt: „Mal ist es das Licht, das eine Salzwiese besonders schön aussehen lässt. Mal ist es eine seltene Vogelart, die man sieht. Es sind so kleine Erlebnisse in der Natur, die mich so begeistern. Wasser ist Leben, da passiert was.“ Wie wahr, André, wie wahr!

 

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Text: Sylke Sdunzig  /  Foto: Tom Tautz  /  Videointerview: Dorian-Vasco Nagel

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FRIESEN-CHEF

GERD KELTERBORN

Die treuen Gefährten der Küste

 

Reif für Urlaub? Dann nichts wie ab an die Nordsee! Für alle, die im Alltag immer sehr hart am Puls der Zeit leben, bieten Gerd und Ute einen Ort, um sich mal wieder der eigenen Herzfrequenz zu widmen. Urlaub mit der ganzen Familie auf einem Pferdehof hat seine Vorzüge - auch wenn man nichts mit Pferden am Hut hat. Wer’s nicht glaubt, fragt Gerd Kelterborn, Pferdemensch und „Friesen“-Chef auf dem Frieslandstern in Minsen im Wangerland, jenen Mann, der mehr Pferde in seinem Leben geputzt hat als andere ihre Wohnungen.

 
 

„PFERDE SIND MEIN LEBEN!“


Konzentriert zieht Gerd mit dem Gummistriegel weite Kreise auf dem schwarzen Fell von „Gerke“, ein wunderschönes Pferd, während Sonja die anderen Friesen aus den Boxen holt. Der anmutige Hengst hält ganz still und lässt sich alles geduldig gefallen. Er weiß, dass er gleich vor einen Wagen gespannt wird. Das kennt er schon und es scheint ihm zu gefallen, bei Wind und Wetter über die Weiden und Deiche durchs Wattenmeer zu galoppieren. 
 

Der Frieslandstern ist Gestüt und Hotel in einem. Im Jahr 2018 feiert er sein 30-jähriges Bestehen im Besitz der Familie Eden. „Früher, bis 1972 war das Gebäude eine Molkerei, danach alles Mögliche. Von Hundepension bis Wäscherei, bis meine Eltern das Gebäude gekauft haben und ein Hotel daraus bauten“, erzählt uns Ute, die Lebensgefährtin von Gerd. „Wir haben über 200 Gäste pro Tag und 56 Wohneinheiten, die den gesamten Sommer über komplett ausgebucht sind. Familien mit Kindern, Paare mit oder ohne Kinder, Reit-Erfahrene oder Besucher, die Pferde nur von Fotos kennen oder ganze Hochzeitsgesellschaften kommen zu uns. Auf die Friesen dürfen nur Gäste reiten, die auch reiten können. Da bin ich streng. Anfänger können Reitstunden nehmen, und für Kinder haben wir unsere Ponys, die meine Mädchen betreuen“, erzählt uns Gerd weiter.

 
 
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Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
 
 
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Reiten gehört zu den beliebtesten Hobbies der Deutschen und ein eigenes Pferd ist für viele ein lang gehegter Kindheitswunsch. Gerd Kelterborn erfüllt auf seinem Gestüt seinen Gästen diesen und noch viele andere Wünsche. Eins war von Anfang an für uns klar, als wir Gerd und Ute auf ihrem Gestüt besuchten: Gerd ohne seine Friesen, ist so wie Asterix ohne Obelix. Unvorstellbar. „Ich bin von klein auf mit Pferden aufgewachsen. Wir hatten auf unserem Hof in Ostiem (kleiner Ort in Friesland) Oldenburger, Vollblutpferde und Arbeitspferde“, erzählt uns Gerd. 

 

Gerd hat Landwirt gelernt und hatte immer mit Pferden zu tun. Danach ging er ein paar Jahre zur Marine und dort wurde ihm bewusst: „Nee, alles andere geht nicht. Ich muss was mit Pferden machen!“ Pferde verheißen Freiheit und Abenteuer, verkörpern Kraft und Schnelligkeit, sind anmutig und elegant. Er lernte Bereiter und machte seine Meisterprüfung. Jetzt ist er Pferdewirtschaftsmeister und das ist sein Leben. Gerd erzählt uns, „ich habe nie etwas anderes in meinem Leben gemacht, als Pferde zu reiten, Pferdekutsche zu fahren, Pferde auszubilden und Reiter ausbilden. Irgendwann habe ich mich von meinem Hof in Ostiem getrennt und bin auf den Hof von Ute gekommen. Erst hier habe ich die Friesen kennen- und lieben gelernt“.  

 
 

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Wer schon einmal auf einem Friesen saß und beim Galopp den Wind in den Haaren spürte, weiß, was Freiheit ist. Warum lieben die Gäste vom Frieslandstern insbesondere die Friesen? „Weil Friesen Freiheit verkörpern. Weil es mehr Spaß macht, Friesen zu putzen als das Haus oder das Auto. Weil Friesen Menschen zusammenbringen. Für meinen Job, den ich hier auf dem Hof ausübe sind die Friesen perfekt. Sie sind gutmütig, nicht so wild und die Leute die uns besuchen lieben sie. Die Friesen lassen sich gut reiten, sind zuverlässig und brav“, sagt Gerd. 

 

Und wie sieht so ein Tag auf dem Frieslandstern aus? „Früh morgens stehe ich auf und bereite alles für die Friesenreitstunde und den Ausritt vor. Die Gäste fangen an, ihre Pferde zu putzen, und ich habe dann noch Zeit für einen Kaffee. Danach mache ich mein Pferd fertig und wir gehen auf die Bahn. Um 9 Uhr reiten wir alle gemeinsam aus dem Hoftor raus und beginnen mit dem Ausritt. Wir reiten dann mit unseren Gästen an den Strand. Ich habe die Genehmigung und Erlaubnis, als Nationalpark- und Wattführer am Strand oder im Watt zu reiten. Bei Ebbe reiten wir bis zur Fahrrinne in Richtung Vogelschutzinsel „Minsener Oog“. Ein wunderschönes Erlebnis, was man nicht missen möchte“, erzählt uns Gerd freudestrahlend und stolz.

 
 

„Eines Tages kam eine Dame zu mir und wollte am Strand heiraten. Eine tolle Idee, dachten wir und seitdem richten wir mit mehreren Kollegen in Schillig Strandhochzeiten aus. Das macht so viel Spaß und die Gäste sind immer gut gelaunt und sehr aufgeregt“, erzählt uns Ute. Strandhochzeiten sind im Wangerland sehr beliebt. Kein Wunder, was gibt es Schöneres, als barfuß an einem weißen Sandstrand mit dem Meer im Rücken „ja“ zu sagen! Allerdings sollte man sich frühzeitig um einen Termin im Standesamt Hohenkirchen kümmern. Wenn man diesen hat, ruft man Ute im Frieslandstern an. Dann, so würden die Wangerländer sagen, „löppt dat!“. 

 

„Ich kümmere mich um alles, damit das Brautpaar und die Gäste ein wunderschönes Hochzeitsfest erleben“. Friseur, Torte, Blumen und Deko - alles kein Thema für Ute, die mittlerweile zur „Weddingplannerin“ geworden ist.  

 

Ganz weit draußen, kurz vorm Deich statt mittendrin. Besser, ganz weit oben - auf einem Friesen! Oder auch einfach nur Urlaub machen in einem ganz tollen Hotel im Wangerland. Oder heiraten. Sie haben die Wahl. Wir würden dort so ziemlich alles machen!

 

Wassermann

CARSTEN W. IHNKEN

Helfen als Haltung. Helfen, natürlich! Der Menschenfreund.

 
 

Seenotretter, Rettungsschwimmer, Vorsitzender eines Fußball-Fanclubs, Angler, Teamplayer, Freund, Onkel, Sohn und - rund um die Uhr hilfsbereit. Carsten W. Ihnken hat seine Berufung gefunden und das seit über 20 Jahren: helfen! Jederzeit und überall, am liebsten auf dem Wasser oder im Wasser. Und das konsequent. Im Wesentlichen zählen nur zwei Aspekte: einerseits die Aufgeschlossenheit und der Mut, andererseits Tatendrang. Sehr gut, dachten wir uns, denn damit stand fest, wen wir hier gleich treffen werden. Wie wäre es also mit einem echten Wassermann? 

 

Ein gepflegtes Einfamilienhaus mitten in Horumersiel. Die Sonne lacht vom Himmel, es scheint ein guter Tag zu werden. Hier wohnt unser heutiger „Mensch am Meer“, Carsten W. Ihnken. Für Carsten ist es heute gleich zweimal aufregend. Zum einen gibt er uns heute ganz persönliche Einblicke in sein Leben, zum anderen hat er Geburtstag. So fangen drei völlig fremde Menschen mit Kuchen und Wunderkerze in der Hand vor seiner Haustür, einfach erst einmal an, zu singen: „Happy Birthday, Carsten...“ 

 
 

„Moin! Ich bin überwältigt“ lacht er uns entgegen. Und wir erst. Wow, was für eine Erscheinung. Groß, stark gebaut und eine warmherzige Art, die einfach ansteckend ist. Carsten fährt mit uns durch seinen Heimatort. Hier ist er am liebsten, aber seit ein paar Jahren wohnt er in Ganderkesee, weil er bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger DGzRS in der Zentrale arbeitet. Nebenbei ist er nach wie vor freiwilliger Seenotretter auf der Außenjade. In der Freizeit fährt er oft "nach Hause", nach Horumersiel ins Wangerland. Und ab 2018 wohnt er wieder ganz in Horumersiel, denn Carsten baut hier gerade sein Haus. Er kann einfach nicht ohne Wasser. Und wenn man mit ihm durch den Ort fährt, bekommt man schnell das Gefühl, die Wangerländer können ohne ihren Carsten eigentlich auch nicht. „Anonymität kennt man hier nicht. Hier kennt jeder Jeden. Fast jeder in Horumersiel ist mindestens in einem oder mehreren Vereinen wie Feuerwehr, DLRG, DGzRS, Sportverein, Karnevalsverein, Segelverein, Musikgemeinschaft oder HSV-Verein. Hier lernt man sich kennen und schließt Freundschaften“, verrät uns Carsten.

 
 
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Hilfsbereit ist Carsten von Kindesbeinen an gewesen, aber er hat noch einen draufgelegt. Carsten macht so ziemlich alles, was man hier oben an der Küste unter dem Genre „Helfen“ finden kann. Sein Credo: Teamplayer, hilfsbereit, geduldig, mutig sein und Probleme lösen. Das ist für Carsten wichtiger als jede Tapferkeitsmedaille. „Seenotretter bei der DGzRS zu sein, ist mein Hauptsteckenpferd und meine große Leidenschaft, dazu bin ich noch ziemlich aktiv in der DLRG und war der mit den meisten Wachstunden in den letzten zehn Jahren. Nur ein älterer Kollege hat noch mehr Wachstunden auf der Uhr“, erzählt uns Carsten fast verlegen. Wer glaubt, dass war schon alles? Selbstverständlich nicht. Eine Woche hat 7 Tage, da geht noch einiges. „Ich bin im Katastrophenschutz tätig und wo ich gebraucht werde, fahre ich hin, weiter bin ich Mitbegründer und Präsident 1887° Nord vom HSV-Fanclub in Horumersiel, im Angelverein und im Spielmannzug unterstützend tätig. Außerdem, und da gehe ich ebenfalls leidenschaftlich drin auf, spiele ich Fußball mit meinen Jungs und habe eine Jugendfußballgruppe gegründet, damit die Jugend was zu tun hat und nicht auf dumme Gedanken kommt. Jeder der Lust auf Fußball hat, kann mit uns kicken“, verrät uns Carsten.

 
 

Auf die Frage, ob denn überhaupt Zeit für eine Freundin bleibt, lacht er und sagt: „Nun ja, die Frauen, die ihm gefallen, sind meistens Bayern München-Fans...! Nein, im Ernst, wenn ich wieder in einer Beziehung wäre, würde ich ein paar Dinge runter schrauben. Aber was genau, kann ich jetzt noch nicht genau sagen...“

 

Wir fahren in den Hafen von Horumersiel, wo das 8,5-Meter-Seenotrettungsboot „Baltrum“ liegt. Die Station Horumersiel gehört zu den ältesten Stationen der DGzRS. Das Revier, die Außenjade, ist stark von den Gezeiten geprägt und erstreckt sich südlich bis nach Hooksiel und nördlich bis zur Insel Wangerooge. Hier auf der Station Horumersiel arbeitet Carsten ehrenamtlich als Seenotretter. „Mein Hauptjob ist in der Zentrale in Bremen und dort bin ich als Funker in der Seenotleitung (Maritime Rescue Coordination Centre), kurz MRCC, tätig. An meinem Arbeitsplatz laufen die Notrufe über Funk auf. Ab August 2017 Jahres bin ich als Einsatzleiter Wachoffizier tätig“, erklärt er uns. Hin und wieder findet man ihn auf der Station Norderney, wo er als vierter Mann auf dem Rettungskreuzer "Bernhard Gruben" fährt. 

 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
 
 
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Wir dürfen sie betreten, die heiligen Hallen, das Stationsgebäude, in dem auch das Ruderrettungsboot „August Grassow“ erhalten ist. Es war früher in Westeraccumersiel stationiert, wo noch heute der historische Rettungsschuppen der DGzRS steht. Es riecht nach Salz, nach Wattenmeer und nach Geschichte in diesen Räumlichkeiten. Wir sind beeindruckt und fasziniert zugleich. Stillschweigend laufen wir über eine Wendeltreppe in den ersten Stock des Gebäudes, wo sich der Mannschaftsraum befindet. Und wo Carsten wie selbstverständlich einen köstlichen Ostfriesentee für uns zubereitet. Auf die Frage, was denn die größten Fehlverhalten auf der Nordsee sind, verrät uns Carsten: „Viele Leute, die wir retten müssen, denken oft, sie seien gut vorbereitet. Aber meistens sind sie das nicht. Mit der Materie kennt sich oft nur der Skipper aus, aber wenn der ausfällt, was dann? Wissen die anderen an Bord, was zu tun ist, weiß er wie man Position nimmt, weiß er, wie man Rettungseinheiten erreicht? Das sind die Sachen, die nach meiner Beobachtung immer wieder passieren“.  

 

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Wir fragen uns, ob Carsten vielleicht ein Helfersyndrom hat. Ja, aber ein Gutes, von dem wir uns alle ein Scheibchen abschneiden dürfen. „Hilfsbereitschaft“ als Charaktereigenschaft und entspanntes Lebensgefühl. Die mutige Gelassenheit im Vertrauen auf die eigene Glückskindschaft und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment zielsicher handeln zu können. Das ist eine gesunde Lebenseinstellung!

 

Heisse Kurven

BURKHARD KÄHLER

Der Job ist taff, die Kurven sind heiß.
Sensationell, wenn man eine Werft besitzt.

 

Es ist die spürbare Freiheit und die Weite des Meeres, die uns in Bann zieht, wenn wir auf die Nordsee blicken und die vielen Schiffe sehen. Oft möchte man einfach hinter ihnen her schwimmen und ins Unbekannte fahren. Es gibt die Kategorie Mensch, die ein eigenes Schiff haben wollen, weil es genau diese Lebensvorstellung hat. Und dann gibt es die Kategorie Mensch, die kein geeignetes Schiff finden, es lieber selber bauen und gleich noch die Werft dazu kaufen. „Der Spaß daran hat aber meistens gar nichts mit dem Boot zu tun, sondern mit den unterschiedlichen Menschen, mit denen wir zu tun haben“, erzählt uns Burkhard Kähler.

 
 
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Hooksiel, nähe Außenhafen. Frühling, die Sonne scheint. Ein ziemlich perfekter Tag. Wir besuchen die Werft von Hooksiel im Wangerland an der Nordsee. Wir treffen Burkhard Kähler, dem die Werft gehört. Es ist gar nicht so leicht, ihn zwischen den ganzen Booten zu finden. Und wir sind nicht allein. Werftarbeiter bauen und schleifen an Schiffen herum; einige Schiffseigner holen ihre Boote aus dem Winterschlaf. Hier ist richtig was los, die Zeit läuft. Die Segelsaison steht vor der Tür und jeder will bis dahin fertig sein. Nein, hier geht es nicht um Schönheit. Zumindest nicht primär. Wer hier sein Schiff instand setzen oder umbauen lässt, zerbricht sich erst einmal den Kopf über Material, Materie und Preis, erst dann über die Ausstattung. Dass das eigene Schiff in der besten Werft im Wangerland steht, mit Vollpension und Rundumbetreuung - logisch. Das erwartet der Schiffseigner. Aber so selbstverständlich ist das gar nicht.

Burkhardt Kähler ist seit 40 Jahren auf der Werft in Hooksiel. 30 Jahre davon hat er selbst Schiffe gebaut, heute stehen Instandsetzung, Reparaturen und Unterkunft auf der Tagesordnung. Eigentlich ist er Kaufmann und kein Bootsbauer. Aber er hat sehr früh verstanden, dass alles möglich ist, wenn man die richtigen Leute um sich hat, die ihm mit Leidenschaft zur Seite stehen, um Schiffe zu bauen, zu reparieren und in Pflege zu nehmen. 

Auf dem Meer existiert keine Vollgas-Gesellschaft. Jeder Mensch, der ein Boot hat, ist anders und reagiert anders. Der Mensch darf stillhalten, lauschen und segeln, wohin er will. Klingt langweilig? Keinesfalls. Sobald ein Sturm kommt, fliegen die Fetzen! Und mit den Kunden ist es manchmal auch so.

 
 

Der Soundtrack zur Geschichte von 3 Miles to Essex

 
 
 
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Wie kommt man dazu eine Werft zu betreiben? „Jede Geschichte hat ihren Anfang, und wir wollten privat das ideale Schiff bauen lassen. Wir hatten Zeichnungen, aber keine Werft konnte uns dieses Schiff bauen. Und da dachten wir, dann machen wir das eben selbst “, erzählt uns Burkhard. Weiter verrät er uns, dass er, bevor er endlich sein eigenes Schiff bauen konnte, sieben weitere Boote abwarten musste - erst sollte etwas Geld in die Kassen. Interessenten von überall bekamen davon Wind und so kam ein Auftrag nach dem anderen rein. Da musste der Traum vom eigenen Boot etwas warten.

 

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„ICH BIN DAVON ÜBERZEUGT, DASS, ANDERS ALS EIN AUTO ODER EIN HAUS, EIN SCHIFF EINE SEELE HAT.“ 

Seine Töchter reiten, seine Frau fliegt Kleinflugzeuge und er selbst liebt schöne Autos. Das eigene Boot gibt es nicht mehr. Er hat es verkauft. Burkhard Kähler ist einer von diesen Typen: Idealist, Visionär, Rebell und Querdenker. Einer von denjenigen, die sich in kein Schema pressen lassen und die Dinge gerne anders sehen - aber dabei tiefenentspannt ist. Einer der lässigen Typen mit Familie, die Freundschaften und Menschen schätzen, die zuhören und Geschichten zu erzählen haben. Burkhard Kähler hat sich das große Herz eines Kindes bewahrt, jene kindische Verrücktheit und Freude an schönen Dingen.

 
 

„Eines Tages wurde eine Familie aus Bayern reingeschleppt. Der Mann hatte sich das Bein gebrochen, eine Frau mit zwei kleinen Kindern war völlig überfordert und das Boot selbst war auch nicht im allerbesten Zustand. Sie wollten nach einer Reparatur wieder raus auf die Nordsee, was viel zu gefährlich war. Wir haben hier wirklich alles versucht, um sie aufzuhalten, aber vergebens. Sie sind losgesegelt“, erzählt uns Burkhard. Sind sie angekommen? „Keine Ahnung“. Es gibt so viele von diesen Geschichten, dass die Zeit nicht ausreicht. Alle spannend, alle. Wir hätten stundenlang in seinem Büro sitzen können. Auch das ist etwas ganz Besonderes. Nicht einfach nur Designerstuhl und Designertisch und fertig. Nein, die Hälfte seines Büros ist ausgebaut wie der Innenraum eines Schiffes. Aus echtem Holz und Leder und mit einer Bar. Hier wurde schon viel Geschichte geschrieben. Ein Traum für jeden, der Schiffe liebt. Und voller Emotionen.

 
 

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Mehr Informationen zur Werft Hooksiel findet ihr hier:

www.werfthooksiel.de

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DEICHSCHÄFER

Thorsten Bargen

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